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E-Bike Akku im Winter: Pflegetipps für Minusgrade

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Stell dir vor, dir weht eine kalte Brise um die Nase und dich umgibt eine schneeweiße Winterlandschaft. Auch in der kalten Jahreszeit kann dich dein E-Bike sicher sowie schnell durch den Alltag bringen und dir noch dazu eine Menge schöner Wintermomente schenken. Damit dein Elektrofahrrad auch bei Minusgraden zuverlässig läuft, solltest du jedoch ein paar Tipps beherzigen – vor allem mit Blick auf den Akku. Wir zeigen dir, wie du deinen E-Bike Akku problemlos über den Winter bringst. Damit du auch im nächsten Jahr wieder Freude mit deinem Pedelec hast!

Fahrradfahrer fährt auf verschneitem Waldweg

E-Bike fahren bei kalten Temperaturen – so reagiert der Akku

Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter: Fahrrad fahren kannst du zu jeder Jahreszeit. Mit der passenden Ausstattung und den nötigen Sicherheitsvorkehrungen gelangst du selbst bei Nässe, Kälte und Schnee ohne Zwischenfälle an deinen Zielort und bewegst dich noch dazu an der frischen Luft. Gerade das kommt in den Wintermonaten, in denen die Tage nicht nur kühler, sondern auch spürbar kürzer werden, ja oft etwas zu kurz. Mit dem E-Bike genießt du beim Fahren zusätzlichen „Rückenwind“ und maximalen Komfort: Du bist schneller unterwegs, kannst mühelos am schneebedingten Verkehrschaos vorbeiradeln und kommst unter deiner warmen Kleidung nicht allzu sehr ins Schwitzen. Vorausgesetzt, die technischen Komponenten spielen mit.

Grundsätzlich ist die im E-Bike verbaute Technik strapazierfähig und robust. Schließlich sind Motor, Akku und Co ja darauf ausgelegt, dass du mit deinem Pedelec die Welt erkundest und auch mal längere Strecken zurücklegst. Ganz spurlos gehen die sinkenden Temperaturen aber nicht an ihnen vorbei.

Während das Wohlfühlklima beim Motor etwa zwischen 5 und 30 Grad Celsius liegt, funktioniert der Akku bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad am zuverlässigsten. Natürlich gibt keine der beiden Komponenten gleich den Geist auf, wenn die Gradgrenze im Sommer über- oder im Winter unterschritten wird. Gerade der Akku deines Elektrofahrrads beginnt bei Temperaturen unter 10 Grad aber allmählich zu schwächeln und verliert an Leistungsstärke: Die Reichweite sinkt und auch die Akkukapazität nimmt ab, wenn die Lithium-Ionen-Batterie längerfristig der Kälte ausgesetzt ist. Ersteres macht sich beim Fahren unmittelbar bemerkbar. So kann der Akku deines E-Bikes bei Minustemperaturen im Schnitt um die 25 Prozent seiner eigentlichen Reichweite einbüßen, je nach Hersteller und Belastung sind sogar Verluste von bis zu 50 Prozent möglich.

Warum die Leistung deines E-Bike Akkus im Winter nachlässt, ist recht simpel zu erklären: In den verbauten Lithium-Ionen-Batterien befindet sich eine Flüssigkeit, in der Elektronen von der Anode zur Kathode transportiert werden – es fließt Strom. Je kälter die Außentemperatur, desto zäher wird allerdings die Flüssigkeit, in der sich die elektrische Ladung bewegt. Der Innenwiderstand steigt, der Stromfluss verlangsamt sich und der Akku entlädt sich deutlich schneller. Ein Phänomen, das dir übrigens nicht nur beim E-Bike begegnet, sondern auch bei vielen anderen Alltagsgegenständen vom Elektroauto bis zum Smartphone.

Frau fährt E-Bike an einem Winterabend

Verzichten musst du im Winter deshalb aber nicht auf dein E-Bike. Solange du die Reichweite im Blick behältst, ist beim Fahren nicht mit bösen Überraschungen zu rechnen. Um Strom zu sparen, kannst du einen verbrauchsarmen Fahrmodus wie den ECO-Mode anwählen oder bei entspannteren Streckenabschnitten auch mal auf die Motorunterstützung verzichten, um dir die nötige Power für später aufzuheben. Generell zahlt sich eine vorausschauende und umsichtige Fahrweise aus. Achte außerdem darauf, dass du das Gewicht, welches dein Fahrrad tragen muss, nicht unnötig in die Höhe treibst: Also Taschen kontrollieren und Zusatzlasten rauswerfen! Zuletzt kann sich auch ein kleiner Reifen-Checkup zwischendurch lohnen, denn der Reifendruck wirkt sich ebenfalls auf die Akkuleistung aus.

Außerdem gibt es spezielle Schutzhüllen, die deinen E-Bike Akku warmhalten. Das Cover kannst du ganz einfach über die Batterie oder den Rahmen deines Pedelecs stülpen. So schützt du die sensible Technik im Inneren des Akkus vor der Kälte und gleichzeitig auch vor Steinschlägen und Co. Die Neoprenhülle kannst du übrigens auch am Bike anbringen, wenn du es mal hinten auf dem Auto transportieren und den Akku entnehmen möchtest.

5 Tipps, um deinen E-Bike Akku gut durch den Winter zu bringen

Damit dein Akku trotz Minustemperaturen ein langes Leben hat und du nicht schon nach dem ersten Winter in ein kostspieliges Ersatzteil investieren musst, gilt es auch beim Lagern und Laden einiges zu beachten. Die wichtigsten Tipps für eine gute Akkugesundheit haben wir im Folgenden für dich zusammengetragen.

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Tipp 1: E-Bike Akku trocken und warm lagern
Zum Überwintern solltest du deinem E-Bike einen Platz suchen, an dem es bestmöglich vor Regen, Schnee und anderen Witterungseinflüssen geschützt ist. Wenn du einen Stellplatz im Keller oder in der Garage zur Verfügung hast, an dem die 10-Grad-Marke nicht unterschritten wird, kann der Akku dort mit dem Pedelec aufbewahrt werden. Überwintert dein E-Bike allerdings unter einem Carport, im Schuppen oder unter einem Dach an der Hauswand, benötigt der Akku einen separaten Platz. Bei Raumtemperatur fühlt er sich am wohlsten – auch dann, wenn du nur für ein paar Stunden im Büro bist.

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Tipp 2: Batterie bei Raumtemperatur laden und akklimatisieren
Auch beim Aufladen gibt es einiges zu beachten. Bevor du deinen Akku ans Ladegerät anschließt, muss er sich akklimatisieren. Etwa 10 bis 30 Minuten genügen, um den Akku an die Zimmertemperatur zu gewöhnen. Extreme Temperaturschwankungen können unter Umständen sogar dazu führen, dass der Akku sich beim Laden entzündet, und sind deshalb unbedingt zu vermeiden.

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Tipp 3: Tiefentladung und Überladung vermeiden
Beim Ladevorgang selbst ist die Teilladung die goldene Mitte. Schließe die Batterie nach Möglichkeit bei einer Restladung von circa 30 Prozent an und beende den Ladevorgang spätestens, wenn etwa 80 Prozent erreicht sind. Ist der Akku ganz leer, kann es zu einer Tiefentladung der Batterie kommen. Befindet er sich zu lange am Stromnetz, entsteht hingegen eine Überladung. Beide Extreme beanspruchen die Batterie stark und können bleibende Schäden verursachen.

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Tipp 4: Akku vor und während der Fahrt aufwärmen
Stelle sicher, dass du den Akku im Winter erst unmittelbar vor der Abfahrt am E-Bike montierst, um ihn nicht zu lange den kalten Temperaturen auszusetzen. Planst du eine längere Tour, kann es sich zudem lohnen, eine Thermoschutzhülle, zum Beispiel aus Neopren, anzuschaffen, die den Akku auf winterlichen Ausflügen warmhält und im Sommer vor zu heißen Temperaturen schützt. Schutzhüllen gibt es sowohl für abnehmbare als auch für integrierte Akkus.

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Tipp 5: Ungenutzten E-Bike Akku für den Winter vorbereiten
Auch wenn du dein E-Bike im Winter nicht oder nur selten nutzt, solltest du den Akku vor der Einlagerung unbedingt aufladen. Er verliert nämlich auch dann kontinuierlich Energie, wenn er nicht genutzt wird. Um eine vollständige Entladung auszuschließen, bringst du ihn vor seinem Winterschlaf am besten auf einen mittleren Ladestand.
Bosch empfiehlt beispielsweise eine Ladung von 30 bis 60 Prozent, andere Stimmen raten wiederum zu 60 bis 80 Prozent. Vertraue hier am besten auf die Angaben deines Herstellers und kontrolliere den Ladestand während der Lagerung hin und wieder, um gegebenenfalls nachzuladen.

Mehr Infos rund um die Akku-Pflege findest du übrigens in unserem Lexikonartikel zum Thema.

Das Wichtigste auf einen Blick

E-Bike Akku laden in der Wohnung

Ob du auch im Winter passionierter Radler bist oder dein Pedelec doch lieber einlagerst – der Akku deines E-Bikes braucht in den kalten Monaten ein wenig Aufmerksamkeit, um Nässe, Kälte und anderen Unannehmlichkeiten zu trotzen und dir viele Jahre erhalten zu bleiben. Damit du bei der Akkupflege auch nichts vergisst, gibt es hier nochmal alle wichtigen Punkte auf einen Blick.

Lagerung:

  • im Trockenen
  • idealerweise bei Raumtemperatur, mindestens bei 10 Grad
  • im teilgeladenen Zustand zwischen 30 und 80 Prozent (je nach Herstellerangabe)
  • Ladestand bei längerer Einlagerung regelmäßig kontrollieren

Ladung:

  • bei Zimmertemperatur laden
  • nach der Fahrt: Akku vor dem Ladevorgang 10 bis 30 Minuten akklimatisieren
  • keine Tiefentladung: bei etwa 30 Prozent aufladen
  • keine Überladung: bis maximal 80 Prozent aufladen

Fahrt:

  • Akku bis zur Abfahrt bei Zimmertemperatur aufbewahren
  • bei längeren Fahrten Thermoschutzhülle nutzen
  • Reichweite im Blick behalten
  • stromsparenden Fahrmodus wie ECO nutzen
  • vorausschauend und gelassen fahren
  • unnötige Lasten entfernen
  • vor der Abfahrt Reifendruck kontrollieren
  • Akku nie komplett leer fahren

Jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Also dick einpacken, Sattel trocken putzen, Checkliste beherzigen und ab mit dem E-Bike ins Winterwunderland!